Fragen und Antworten


Wer ist der Schulerhalter und wie wird die Schule finanziert?

Warum eine Montessori Schule?

Wie ist die Schule aufgebaut?

Wodurch unterscheiden sich Montessori Schulen von Regelschulen?

Wie kann Freiarbeit gelingen?

Lernt das Kind genug, wenn es nur frei wählen darf?

Welche Vorteile bieten altersheterogene Klassen?

Gibt es auch gebundenen Unterricht?

Wie erfolgt die Beurteilung?

Wieviele Kinder sind in einer Klasse?

Wieviele Lehrer betreuen eine Klasse?

Kann man die Montessorischule mit Regelschulen vergleichen?

Können wir die Leistungen unseren Kindes mit denen eines gleichaltrigen aus der Regelschule vergleichen?

Gibt es Kinder, für die die Montessoripädagogik nicht geeignet ist?

Hat das Kind am Nachmittag Hausübungen zu erledigen?

Gibt es Prüfungen, Tests, Schularbeiten?

Hat die Schule das Öffentlichkeitsrecht?

Was ist eine Statutschule?

Bekommt das Kind am Ende des Jahres ein Zeugnis?

Ist ein Schulwechsel von der Montessorischule in eine andere Schule jederzeit möglich?

Inwieweit werden die Jugendlichen der Sekundaria auf den Umstieg in eine weiterführende Schule bzw. Lehre vorbereitet?

Gibt es Turnunterricht?

Gibt es Religionsunterricht?

Gibt es Elternmitarbeit?

Müssen sich die Eltern mit der Montessoripädagogik vertraut machen?



Wer ist der Schulerhalter und wie wird die Schule finanziert?


Schulerhalter ist der Verein Kinder des Lebens Verein für ganzheitliches Lernen, Etik und Spiritualität. Der Vereinsvorstand ist verantwortlich für die Finanzierung und Erhaltung des Schulbetriebes, die Anstellung der PädagogInnen und die Aufnahme der SchülerInnen. Die Schule finanziert sich durch einen großteil an Elternbeiträgen (Schulgeld), einem geringen Teil von Mitgliedsbeiträge, eine jährliche Subvention vom Bund und Ministerium und von Kleinsponsoren.

Warum eine Montessorischule?


Maria Montessoris “Pädagogik vom Kinde aus” ist nun bereits seit über 100 Jahren bekannt. Montessori Pädagogik bedeutet, Kinder in ihrer Persönlichkeit zu akzeptieren, ihnen achtungsvoll zu begegnen und sie auf ihrem Entwicklungsweg liebevoll und hilfsbereit zu begleiten. Unter diesen Gesichtspunkten ist es möglich, Kindern eine “vorbereitete Umgebung” zu schaffen, in der sie, je nach ihren ganz persönlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Interessen tätig werden können – eine Tätigkeit, die Voraussetzung ist für Entwicklung und Lernen in der Freiarbeit. Während der Freiarbeit entscheidet das Kind selbst, welche Lern und Arbeitsangebote sie annehmen. Sie besprechen mit den Pädagogen ihr Lernziel mit einem bestimmten Zeitrahmen und entscheiden selbst, welcher Aufgabe sie sich innerhalb diesen Rahmens zuwenden, mit wem sie zusammenarbeiten und wo sie ihren Arbeitsplatz vorbereiten.

Wie ist die Schule aufgebaut?


Unsere Schule basiert auf einem didaktischen Konzept, das auf 9 Jahre ausgelegt ist. Es werden jeweils drei Jahrgänge zu einer Gruppe zusammengefasst. Primaria 1 (P1) 1. - 3. Schulstufe: In dieser altersgemischten Gruppe erarbeiten sich die Kinder mittels konkreter Materialien ein fundiertes Basiswissen. In dieser Gruppe entwickeln sich die kindlichen sozialen Fertigkeiten. Ab der 1. Schulstufe bieten wir Englisch in Form von Spielen und Liedern an. Primaria 2 (P2) 4. - 6. Schulstufe: Hier erarbeiten sie sich alle Kulturtechniken ausgehend von der Kosmischen Erziehung an. Das Ziel ist, die Kinder in ihrer Selbstständigkeit zu fördern. Englisch wird in dieser Gruppe in die alltägliche Arbeit integriert. Sekundaria (S1) 7. - 9. Schulstufe: Jugendliche erleben sie sich als Teil der Gesellschaft, für die sie jetzt lernen bewußt Verantwortung zu übernehmen. Der Unterricht in der Sekundarstufe will zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentfaltung beitragen. Die Schülerinnen und Schüler festigen ihr Wissen, erproben verschiedenste Lernformen in fächerübergreifenden Projekten, Seite an Seite mit Experten. Wir bieten praktische und kreative Angebote und die ersten wirtschaftlichen Erfahrungen. Wir orientieren uns am Erdkinderplan von Maria Montessori.

Wodurch unterscheiden sich Montessorischulen von Regelschulen?


Montessori Schulen unterscheiden sich von Regelschulen durch ihren Weg, die Ziele der Richtlinien und Lehrpläne zu erreichen. In dieser Unterrichtsform werden den Kindern Mitbestimmung bei der Arbeitswahl, Partnerwahl, Zeit – und Bewegungsfreiheit zugestanden. Die Bildung der Gesamtpersönlichkeit des Kindes ist vorrangiges Erziehungsziel. Deswegen werden Erziehung zur Selbstständigkeit und Erziehung zum verantwortlichen Handeln besonders ernst genommen. Freiarbeit ist die typische Unterrichtsform von Montessorischulen.

Wie kann Freiarbeit gelingen?


1. Die vorbereitete Umgebung ist Lebens-, Lern- und Entwicklungsraum, der den Bedürfnissen der Kinder ständig angepasst wird. Dieser Raum ist ausgestattet mit didaktischen Arbeitsmaterialien, die die Kinder für ihre selbstständige Arbeit brauchen. Die Arbeitsmaterialien sind Entwicklungs- und Erfahrungsmaterialien.
2. Die Pädagogin, die diesen Raum betreut, hilft den Kinder sich darin zurecht zu finden. Sie lehrt den Gebrauch der vielen Montessorimaterialien, erklärt die Regeln und strahlt durch ihre eigene Person Wärme und Orientierung aus.
3. Kinder brauchen Entscheidungsfreiheit. Kinder wissen intuitiv, welches Material sie gerade für ihre Entwicklung benötigen. “Das Kind arbeitet aus einer inneren Motivation”
4. Kinder brauchen Zeit. Wenn sich Kinder für ein Wissensgebiet interessieren, wollen sie so lange daran arbeiten, bis sie das Erarbeitete verstehen und das Interesse nachlässt.
5. Kinder brauchen Bewegungsfreiheit. Kindliches Lernen ist an Bewegung und Handlung geknüpft. Innere, geistige Aktivität verlangt stests auch nach körperlicher Aktivität. Sinneserfahrung und Bewegung sind unverzichtbar für das Lernen.
6. Soziales Leben und Lernen wird vielfältig bestimmt durch die Verschiedeneheit der Geschlechter, der Charaktere und der Altersstufen.Kinder lernen viel und gerne von einander.
7. Disziplin und Freiheit geben in ihrer Wechselwirkung den geistigen Rahmen in dem sich selbstständiges Tun verwirklichen kann. Die Kinder können so ihren Willen, ihre Verantwortung, ihre Entscheidungkraft und ihr soziales Verhalten üben.

Lernt das Kind genug wenn es nur frei wählen darf?


Freie Wahl ist das leitende pädagogische Ziel unserer Schule.

Fördern und Fordern gelten aber umso mehr als Grundbedingungen der Montessoripädagogik. Eine Brücke zwischen diesen – nur scheinbar – widersprüchlichen Anforderungen stellt der Beobachtende und feinfühlige Montessoripädagoge dar. Dessen Pflicht ist es, individuell ausgerichtetete Impulse (freie Wahl) für jedes Kind zu setzen, um es in seiner jeweiligen Entwicklungsstufe optimal fördern, aber auch fordern zu können. Der richtige Zeitpunkt und die Bereitschaft des Kindes, neue, noch unbekannte Lerninhalte erschließen zu können und zu wollen, müssen vom Pädagogen erkannt und das Arbeitsmaterial dementsprechend angeboten werden. Der Lehrer muss das Kind “von da abholen wo es steht”.

Welche Vorteile bieten altersheterogene Klassen?


Vermeidung offenkundiger Rückstellungen (Frustration für schwächere Schüler), da der Wechsel von einer in die andere Schulstufe gleitend und somit jederzeit möglich ist. Motivation durch stärkere, schnellere oder bessere Schüler. Unbürokratischer Weg, eine ganze Schulstufe oder einzelne Fächer einer ganzen Klasse zu überspringen (Begabtenförderung).

Gibt es auch gebunden Unterricht?


Die Freiarbeit ist fächerübergreifend, der gebundene Unterricht fachgebunden. Hier werden Kleingruppen gebildet, die entweder das gleiche Interesse zu einem bestimmten Thema haben oder in Altersgruppen Angebote annehmen. Das kann Musik, Kunst, Werken, Sport, aber auch Englisch sein.

Wie erfolgt die Beurteilung?


Das ganze Jahr über werden die Leistungen der Kinder beobachtet und schriftlich in einem Pensenbuch/Erfolgspass festgehalten. Beurteilungskriterien sind sowohl Einführung und Fertigkeiten im Gebrauch des Materials sowohl die einzelnen Schritte zur Abstaktion und die Präsentation der erarbeiteten Inhalte.

Wieviele Kinder sind in einer Klasse?


Eine Klasse besteht aus maximal 20 Kinder, die schulstufenübergreifend geführt ist.
Das heißt:
Primaria 1: erste, zweite und dritte Schulstufe
Primaria 2: vierte, fünfte und sechste Schulstufe
Sekundaria 1: siebente, achte und neunte Schulstufe

Wieviele Lehrer betreuen eine Klasse?


Eine Klasse mit 20 Kindern wird von einer/m Padagogin/en geführt. Zusätzlich gibt es Unterstützung von verschiedenen fachspezifischen Personen (Kurse, Fremdsprachen, Musik, Werken, Kochen, Garten, Tiere).

Kann man die Montessorischule mit einer Regelschule vergleichen?


Das ist nicht möglich, denn uns geht es um das Erfüllen des inneren Bauplanes des Kindes. In der Regelschule geht es um das Auffüllen mit Wissen von außen.

Können wir die Leistungen unseres Kindes mit denen eines Gleichaltrigen aus der Regelschule vergleichen?


Es macht keinen Sinn, da die Regelschule eine Wissensvermittlung innerhalb eines bestimmten Zeitplans vorgibt und die Leistung der Kinder überpüft. Im Unterschied dazu begleiten wir jedes Kind individuell und entsprechend seiner Entwicklung und bieten ihm jene Umgebung in der es sich sein Wissen aneignen kann. Dadurch die Kinder mit dem Montessorimaterial arbeiten und dieses er-fassen können, stellen sie sich viel früher als Kinder der Regelschule großen Aufgaben. Die Abstraktion des Gelernten ist aber erst mit dem 12. Lebensjahr abgeschlossen.

Gibt es Kinder, für die Montessoripädagogik nicht geeignet ist?


Grundsätzlich ist die Montesssoripädagogik für jeden Menschen geeignet. Es ist nur dann sinnvoll, ihr Kind in unsere Schule zu schicken, wenn die Grundsätze der Montessoripädagogik bei Ihnen zu Hause gelebt werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kinder bei uns nur dann ihre Persönlichkeit und die kulturellen Fertigkeiten (Lesen, Schreiben, Rechnen, ...) optimal entwickeln können, wenn die Eltern von der Montessoripädagogik überzeugt sind.

Hat das Kind am Nachmittag Hausübungen zu erledigen?


Wir bieten in der Primaria keine Hausübungen an, die Kinder können sich aber am Nachmittag mit den Themen der Schule auseinander setzen und bereichernde Utensilien zu bestimmten Themen mitbringen (Bilder von Urlaubsreisen, Bücher, Blumen, Tiere,.....). Für die älteren Kinder kann es durchaus Arbeiten geben, die sie zu Hause fertig stellen sollen.

Gibt es Prüfungen, Tests, Schularbeiten?


NEIN!

Hat die Schule das Öffentlichkeitsrecht?


Ja, die Schule beantragt jedes Jahr das Öffentlichkeitsrecht und bekommt es vom Unterrichtsministerium jedes Jahr verliehen. Ab dem Zeitpunkt ab dem die Schule die ganze Pflichtschulzeit (1.-9- Schulstufe) einmal “durchlaufen” hat, bekommt sie das Öffentlichkeitsrecht permanent (auf Dauer) verliehen. Bis dahin werden alle Kinder jährlich zum häuslichen Unterricht abgemeldet, wir bekommen ja erst im nachhinein das ÖR verliehen.

Was ist eine Statutschule?


Eine Statutschule hat ein eigenes Statut entwickelt, in dem die Schulorganisation auf Basis des Privatschulgesetzes und der öffentlichen Lehrpläne hinausgehende Lerninhalte- und ziele regelt. Weiters beinhaltet es die Qualifikation des Pädagogenteams, die Aufnahmekriterien der Schüler, sowie die innere Struktur. Das Statut wird vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur genehmigt.

Bekommt das Kind am Ende des Schuljahres ein Zeugnis?


Als Beurteilungsform gibt es pro Semester ein Elterngespräch mit den Pädagogen über die Entwicklung des Kindes. Es wird Einblick genommen in den Erfolgspass,in dem während dem Jahr laufend die Fortschritte des Kindes dokumentiert werden. Beim Verlassen unserer Schule wird ein Notenzeugnis ausgestellt.

Ist ein Schulwechsel von der Montessori Schule in eine andere Schule jederzeit möglich?


Das pädagogische Grundkonzept der Montessorischule ist als eine Schule für 9 Jahre angelegt und ein Wechsel erst danach sinnvoll. Ein Übertritt in eine andere Schulform während dieser Zeit kann nur eine Ausnahme darstellen (Umzug, finanzielle Probleme etc.). Sollte es aber notwendig sein, so ist der Übertritt möglich. Damit sich das Kind und die/der Pädagoge/in auf den Wechsel vorbereiten können, ist es notwedig, dies spätestens ein Jahr vor dem Ereignis bekannt zu geben.

Inwieweit werden die Jugendlichen der Sekundaria auf den Umstieg in eine weiterführende Schule bzw. Lehre vorbereitet?


Im Rahmen des Erdkinderplans reifen die Kinder zu selbstständigen Persönlichkeiten. Nach dem Erreichen der Lernziele unseres “Erfolgspasses” stehen dem Kind alle weiteren Bildungswege offen.

Gibt es Turnunterricht?


Das Sportangebot wird von den Pädagoginnen und Pädagogen abwechslungsreich gestaltet, Mannschaftsspiele, Kooperationsspiele, Geschicklichkeitsspiele, Wandern, Ballspiele am Sportplatz, Laufen, Geräteturnen, Eislaufen und Schwimmen. Die Kinder können unseren Garten täglich benutzen.

Gibt es Religionsunterricht?


Wir bieten den Kindern Ethikunterricht an. Dieser beinhaltet einerseits den traditionellen christlichen Jahreskreis, andererseits den Einblick in andere Religionen.

Gibt es Elternmitarbeit?


Zwei Semestergespräche im Jahr.
Verpflichtende Elternabende.
Weiterführen der am Vormittag gelebten Pädagogik zu Hause.
Grundsätzlich werden 2 Varianten angeboten. 1. Variante mit Elternmitarbeit. Hierbei verpflichten sich die Eltern zur Mitarbeit, zahlen dafür einen geringeren monatlichen Betrag. Bei der 2. Variante muss keine Elternarbeit geleistet werden, jedoch fallen dadurch die monatlichen Beiträge höher aus. Die genauen Preise sind auf der Homepage unter "Preise" zu finden.

Müssen sich die Eltern mit der Montessoripädagogik vertraut machen?


Ja, das ist eine Grundbedingung für die Aufnahme an unserer Schule.